Die aktuelle geopolitische Lage im Nahen Osten führt zu spürbaren Veränderungen im internationalen Transportumfeld. Insbesondere der Luftfrachtmarkt ist betroffen, da zentrale Verkehrsachsen und Drehkreuze beeinträchtigt sind.
Auswirkungen auf die Luftfracht - Fluggesellschaften aus der Golfregion stellen einen wesentlichen Teil der globalen Luftfrachtkapazität. Sie bedienen nicht nur regionale Verkehre, sondern fungieren als zentrale Umschlagpunkte für Transporte zwischen Asien, Südostasien, Ozeanien, Indien sowie Europa und den USA. Durch Flugreduzierungen, temporäre Betriebseinstellungen und die Umfliegung bestimmter Lufträume kommt es aktuell zu einer deutlichen Verschiebung von Angebot und Nachfrage. Schätzungen zufolge sind derzeit rund 12–13 % der weltweiten Luftfrachtkapazität betroffen, unter anderem durch Massnahmen von Airlines aus der Golfregion. Auch europäische Fluggesellschaften sind unmittelbar betroffen. Bereits heute werden die Lufträume über Russland und der Ukraine umflogen. Sollte zusätzlich der iranische Luftraum eingeschränkt oder gemieden werden, verlängern sich die Flugrouten weiter. Dies führt zu längeren Flugzeiten, höherem Treibstoffverbrauch und einer insgesamt reduzierten Frachtkapazität.
Konkret erwarten wir derzeit folgende Effekte:
- Reduzierte verfügbare Fracht‑ und Passagierkapazitäten
- Eingeschränkte Anschlussmöglichkeiten für Sendungen über die Golfregion
- Erhöhter Druck auf Direktverbindungen und europäische Hubs
- Längere Transitzeiten, insbesondere für Sendungen aus Indien und Südostasien
Für Sendungen nach Europa gehen wir aktuell von folgenden Verzögerungen aus:
- Express-Sendungen: ca. +2 Tage
- Konsolidierte Sendungen: ca. +4 Tage
Auswirkungen auf die Seefracht - Auch in der Seefracht melden Reedereien indirekte Auswirkungen sowie steigende Kosten im Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten. Seit einiger Zeit werden viele Schiffe nicht mehr durch den Suezkanal, sondern um das Kap der Guten Hoffnung geführt. Für aktuell laufende Seefrachttransporte liegen uns derzeit keine negativen Meldungen vor. Abhängig von der weiteren Entwicklung in und um den Iran ist jedoch davon auszugehen, dass:
- Containerpreise ansteigen könnten
- zusätzliche Zuschläge (z. B. War‑Risk‑Versicherungen, höhere Terminalkosten) erhoben werden
Hinweis für Ihre Planung - Wir empfehlen, diese Entwicklungen bei Ihrer Transport‑ und Dispositionsplanung zu berücksichtigen. Unser Import‑Team überwacht alle laufenden Sendungen täglich und informiert Sie im Regelfall proaktiv über relevante Statusänderungen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.